Alt-/Neulussheim. Der Förderverein Blausee, der in diesem Jahr Veranstaltungen wie den Familientag, den Triathlon oder eine Open-Air-Kino-Vorstellung mitorganisiert hat, lehnt mögliche Privatisierungsüberlegungen massiv ab, so die Vorsitzenden Christoph Beil und Kai Blümchen in einer Presseerklärung.
"Seit Generationen erleben Jung und Alt schöne Sommertage am Blausee, der wesentlich zur Lebensqualität in den beiden Gemeinden Alt- und Neulußheim beiträgt. Der See und sein Betriebskonzept ist für die Freizeitgestaltung der Bürgerinnen und Bürger unverzichtbar und muss deshalb auch weiterhin in kommunaler Regie durch den Zweckverband Lußheim betrieben werden. Allen, die über eine mögliche Privatisierung des Lußheimer Blausees nachdenken, sagen wir ganz entschieden: Finger weg!", so Beil und Blümchen. Die Konsequenzen einer Privatisierung seien hinlänglich bekannt, wenn das einzige Ziel der Betreiber sei, möglichst viel Geld zu verdienen und alles andere - wie die langfristige Zufriedenheit der Badegäste, sozialverträgliche Preise für Familien und Jugendliche oder eine faire Bezahlung für das Personal - nicht interessiere.
Dies seien Punkte, die ein kommunaler Betreiber, der nur dem Wohl seiner Bürgerinnen und Bürger und keinem Renditeziel verpflichtet sei, beachte. "Gewinnstreben als einzige Handlungsmaxime am Blausee wollen wir nicht und die Alt- und Neulußheimer Bürger sicherlich auch nicht", schreiben Beil und Blümchen. Weiter äußern die beiden große Bedenken hinsichtlich des Ablaufs der Diskussion: "Wir sprechen uns gegen die nichtöffentliche Diskussion aus, das Thema muss in die Öffentlichkeit. Die Bürger haben darauf ein Anrecht. Ferner fordern wir, dass alle politischen Akteure klar und eindeutig Stellung beziehen. Die Öffentlichkeit muss erfahren, wer für den Erhalt des Sees ist und wer nicht." Christoph Beil geht mit gutem Beispiel voran: "Ich spreche mich nicht nur in meiner Eigenschaft als Fördervereins-Vorsitzender, sondern auch als SPD-Gemeinderat klar dafür aus, dass der Blausee in kommunaler Hand bleibt."
Unverständlich ist für ihn genau wie für den zweiten Vorsitzenden Blümchen die Diskussion an sich: "Der See befindet sich seit zwei Jahren im Aufschwung. Durch das große Engagement des Personals über das übliche Maß hinaus und die Aktivitäten des Fördervereins wurden viele Veranstaltungen und neue Ideen am See etabliert. Trotz des durchwachsenen Sommers führte dies zu einer Steigerung der Besucheranzahl und somit zu erhöhten Einnahmen und zu einem verringerten strukturellen Defizit."
Für die kommenden Jahre erwarte man, dass sich dieser Aufwärtstrend durch das neue Konzept zur Steigerung der Attraktivität fortsetze. "Die nun aufkommende Diskussion hilft dabei natürlich nicht", endet die Presseerklärung des Fördervereins. htz
Autor: Förderverein Blausee
Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung, 11.11.2009